Glasmalerei Stettler Bern
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Spätgotik
15. Jh.

Wenn man die Fenster der Hochgotik mit jenen der Spätgotik vergleicht, kann nicht von einer wesentlichen Änderung der Gestaltung der Fensteröffnungen gesprochen werden. Das spätgotische Fenster ist nach wie vor sehr hoch, in mehrere Lanzetten unterteilt und mit einem Masswerk gekrönt.
Die Einteilung der grossen Gestaltungsfläche in einzelne Figurenszenen geschieht weiterhin durch Aneinanderfügen von  Medaillons oder durch das Umrahmen mit einer "gemalten" Architektur.
Die Szenen werden jedoch grosszügiger und überspannen oft fast das ganze Fenster.
Chorfenster des Berner Münster
Dem Wunsch einer stofflichen und plastischen Wiedergabe der Bildinhalte wird mit grossem Eifer nachgelebt.

Die Mimik der Gesichter wird realistischer, und durch eine feine Modellierung des Schwarzlotüberzuges erscheinen die Figuren plastisch.
Aber noch immer nehmen die Glasmaler Rücksicht auf die einzelnen Bleifelder. Es werden in der Regel keine wichtigen Bildinhalte durch Lanzettenpfosten zerschnitten.

Drei Merkmale spätgotischer Glasmalerei:

  • Zentralperspektive wird vereinzelt angewendet.
  • Landschaftsabbildungen treten als Szenenhintergründe auf.
  • Gesichter werden durch Radieren, Wischen und Stupfen modelliert und entfernen sich von dem Schemenhaften der Früh- und Hochgotik.
   

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