Glasmalerei Stettler
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Renaissance
16. Jh.

Im Berner Münster taucht im 15. Jahrhundert ein Verglasungstypus auf, der eine Tradition einleitet, die bis in unsere Zeit spürbar wird. Es handelt sich dabei um eine Blankverglasung (in der Regel eine Butzen - oder Rautenverglasung), welche im Zentrum durch eine heraldische Scheibe dekoriert wird. Die Tradition der sogenannten Kabinettscheiben (oder auch Schweizerscheiben) findet darin ihren Ursprung.
Diese neue Verglasungsart (keine vollständigen Bildfenster mehr) wird im 16. Jahrhundert durch die Reformation noch gefördert.
Wo in den Fenstern noch zusammenhängende Figurenszenen auftauchen, erkennt man, dass sich die Glasmalerei in der Komposition und Feinheit der Tafelmalerei der Renaissance angenähert hat. Die Fensteröffnungen geben den Blick frei auf eine Landschaft, die von biblischen Figuren bevölkert ist. Bei der Gestaltung des Glasgemäldes wird kaum noch Rücksicht auf die Fensterarchitektur genommen. Das Bild wird durch die Pfosten und das Masswerk zerschnitten. Auf Randstreifen und Bordüren wird meistens verzichtet.
Die Darstellung erhält durch das gekonnte Einsetzen der Perspektive eine sehr räumliche Wirkung.

     Vier Merkmale der Renaissance - Glasmalerei:

  • Grosszügigeres Bleinetz. Es handelt sich bei den Scheiben nicht mehr um teppichartige Glasmosaike.
  • Schmückende Elemente auf der Rahmenarchitektur lehnen sich stark an italienische Renaissance-Ornamente (Grotesken) an.
  • Vereinzelter Gebrauch von Emailfarben.
  • Häufiger Silbergelbaufftrag auf bläuliches Glas (um Grün zu erhalten).
   

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