So
genannt nach der 1894 gegründeten deutschen Zeitschrift „Jugend“. In
Frankreich: „Art nouveau“. In England: „Modern style“.
Um die Jahrhundertwende
befinden sich viele Schweizer Städte im Wandel. Das Bevölkerungswachstum
zieht einen Bauboom nach sich. Ganze Stadtteile entstehen neu. Der
Jugendstil erhält besonders in der Innenausstattung profaner Architektur
(Treppenhäuser und Eingangshallen) viel Platz, um sich zu entfalten.
Diese Epoche verkörpert nach
der Gotik die zweite grosse Blütezeit der Glasmalerei.
Der Kunststil wird vom
schmückenden Element beherrscht. Das Ornament wird zum zentralen
Bildinhalt. Weich geschwungene Linien, meist symmetrisch angeordnet und
mit Blattranken geschmückt, verzieren oft ganze Fensterfronten.
Ausgangspunkt der Gestaltung
sind die
Formen
der Natur. Die Natur wird jedoch nicht naturalistisch abgebildet, sondern
in flächigen Formen zu Ornamenten stilisiert. Die Jugendstilkünstler
wurden von fernöstlichen Druckblättern und Tuschezeichnungen beeinflusst,
welche in Mode kommen.