Die ältesten bemalten
Kampfschilde sind in der griechischen Antike nachweisbar. Die griechischen
Kämpfer waren nicht erkennbar, da sie bereits in vorchristlicher Zeit den
geschlossenen Helm im Kampf getragen haben (links). Es ist anzunehmen,
dass die Zeichen, mit denen die Schilde bemalt waren, Erkennungszeichen
waren. In Darstellung und Farbe für Freund und Feind gut zu unterscheiden.
Die Römer dagegen, ausgerüstet
mit offenem Helm, trugen auf ihrem Schild nur das Abzeichen ihrer Legion
(rechts).
Im 12. Jahrhundert wird
mit der Entwicklung des Topfhelms, einer den Kopf des Kriegers allseitig
umschliessenden Helmform, das Erkennen auf Distanz verunmöglicht. Aus
diesem Grund war es nötig, neben Bannern und Fahnen auch noch ein
persönliches Erkennungszeichen im Kampf zu tragen. Der recht grosse
Kampfschild eignete sich besonders, dieses Zeichen zu tragen. Der Schild
wird dem Gegner zur Abwehr entgegengehalten und soll durch den
Schildinhalt und die farbige Bemalung Stärke und Kraft symbolisieren.
Später kommen Helm, Helmzier
und Helmdecke als Zeichnträger dazu.
Die geschichtliche Entwicklung
der Heraldik lässt sich in drei Epochen unterteilen:
Die Heraldik des Schildes, die
lebende Heraldik und die tote Heraldik.
1.
Die Heraldik des Schildes (12.
und 13. Jahrhundert)
Durch den oben beschriebenen
Topfhelm wird ein persönliches Erkennungszeichen erforderlich. Die Schilde
werden mit einem solchen Zeichen bemalt, das den Träger weithin erkennbar
macht. Der Helm trägt noch keinen Schmuck, ist selten mit den Wappenfarben
gefärbt. Dieses Wappen ist noch nicht erblich.
2.
Die lebende Heraldik (13. bis
16. Jahrhundert)

Mit dem Aufkommen von
Kampfspielen Ende des 13. Jahrhunderts gewinnen die Wappen immer mehr an
Bedeutung. Die Schildfigur wird zu einem beständigen Kennzeichen des
Ritters und seiner Familie, ein eigentliches Familienwappen. Das Wappen
ist erblich. Das neue Persönlichkeitszeichen wird die Helmzier. Von nun an
bilden Schild, Helm, Helmdecke und Helmzier eine Einheit als Vollwappen.
Vor dem Turnier werden die Mitstreiter an der Helmschau vorgestellt.
Diese Epoche gilt als
Blütezeit der Heraldik und wird als „lebende Heraldik“ bezeichnet, da der
Wappenträger die geschmückten Schutzwaffen auch tatsächlich im Kampf
benutzt.
3.
Die tote Heraldik (ab 16.
Jahrhundert)
Mit der Erfindung der
Feuerwaffen beginnt die Zeit der toten Heraldik. Die Abwehrwaffen wie
Schild und Helm verlieren an Bedeutung. Auch dem Turnierwesen wird durch
die tief greifenden Änderung im Rüstungswesen ein
Ende gesetzt.
Die Heraldik wird
zu einer sich nicht weiterentwickelnden Siegel- und Zierheraldik.